Nina Hoger
Geboren in BRD
Ihren Singlefrauen, jungen Müttern und Großstadtpflanzen sieht man die Melancholie an, sie scheinen kurz vor dem Rückzug in eigene Welten zu stehen und sind von einer Empfindlichkeit, die Schutzbedürfnisse weckt. Fast nie begehren Nina Hogers Frauen mit den zarten Seelen auf, sind vielmehr selbst als Kommissarinnen sensibel und bevorzugen feine leise Töne.
Nina Hoger wurde 1961 in Hamburg geboren und absolvierte nach dem Abitur ein Romanistikstudium, bevor sie mit Kabarettprogrammen begann und zu Film und Fernsehen wechselte. 1979 gab sie ihr vielbeachtetes TV-Debüt als Provinzlerin, die in Hartmut Griesmayers "Fallstudien" durch einen raffinierten Zuhälter in die Prostitution getrieben wird und auszusteigen versucht. Für ihr Kinodebüt als punkige Kfz-Mechanikerin mit einer Leidenschaft für Motorräder wurde Hoger 1983 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.
Die Tochter von Hannelore Hoger ähnelt ihrer Mutter frappant in Aussehen, Stimme und Auftreten, ohne allerdings deren zuweilen aufdringlich dominantes Wesen ("Bella Block") hervorzukehren. Vielmehr ergibt sich durch Hogers wilde kraushaarige Löwenmähne ein reizvoller Kontrast zum eher schmalen Gesicht. Mit ihrer Mutter spielte sie bislang fünfmal zusammen, so in der Familiengeschichte "Die Bertinis", als junge Frau in der DDR in "Marleneken", als ihre Tochter in "Vier Meerjungfrauen" und als ihre Rivalin um Winfried Glatzeder in "Tandem". In 13 Folgen der Vorabendserie "Kommissarin (Anna) Goedecke" war sie die Titelheldin. Hoger spielte in rund 50 Filmen, u.a. in der "Natalie"-Reihe (TV), als Mutter der jungen Renate, die sich in einen Geist verliebt, als Boutiquebesitzerin in "Singles", in der "Spuk aus der Gruft"-Reihe (Kino), als junge Mutter im Gruselmärchen "Friedrich und der verzauberte Einbrecher" und als Nachbarsfrau in "Leo & Claire".
2004 wurde Nina Hogers erstes Drehbuch, der "Tatort: Hundeleben" verfilmt. Hoger spricht Hörbücher ein, ist mit dem Produzenten Frank Doehmann verheiratet und lebt in München.