Dominique Horwitz
Geboren in Frankreich
Deutscher Schauspieler, Sänger und Entertainer, der nach dem Motto "Wach sein und zugreifen" mit riesigem Arbeitseifer seit 1976 in rund 80 Film- und TV-Produktionen spielte, zahllose Bühnenauftritte absolvierte und mit Chansons auf Tourneen geht. Dominique Horwitz liebt Außenseiterrollen ("Nachtgestalten"), greift zu, wenn politische Stoffe und Filme über das Dritte Reich ("Bonhoeffer", "David", "Martha Jellnek") und Völkermorde ("Shooting Dogs") auf dem Plan stehen. Als echter Vollblutkomiker ist er gerne in Jugend- und Familienfilmen (der grandios fiese Sportlehrer in "Sams in Gefahr", 2003; der debile Trottelgauner Einstein in "Rennschwein Rudi Rüssel 2", 2007) und Alltagsgeschichten("Heidi M.", "Trickser") dabei. Horwitz bekennt sich zu seinen auffallend abstehenden Ohren, zum jüdischen Glauben und hat nach eigenen Angaben keine Probleme damit.
Dominique Horwitz wurde 1957 in Paris geboren, wo die Eltern einen Feinkostladen betrieben und er sich gegen französische Kindercliquen durchsetzen musste. 1971 zog die Familie nach Berlin, wo er das Französische Gymnasium besuchte. Er arbeitete als Verkäufer im Berliner Kaufhaus KaDeWe und begann seine Theaterkarriere ironischerweise im Berliner Kabarett "CaDeWe". Dieter Wedel besetzte ihn 1992 im TV-Vierteiler "Der große Bellheim" wieder als Kaufhausangestellten mit Drang zum Höheren. Seit 1979 spielte Horwitz auf Bühnen in Hamburg, Berlin, Tübingen und München. Er gab den Macky Messer in Bertolt Brechts "Die Dreigroschenoper", den Teufel in Robert Wilsons "Black Riders", brachte 2002 die Rock-Oper "Cool" auf die Bühne und profilierte sich 2006 als Regisseur mit einer Inszenierung der "Dreigroschenoper" bei den Bad Hersfelder Festspielen.
Zum Film kam Horwitz in der TV-Produktion "Eine Jugendliebe" (1976) und in Peter Lilienthals "David" (1979) und war in zahlreichen Filmen in markanten Nebenrollen zu sehen. Horwitz überzeugte als Widerständler, Obergefreiter in Joseph Vilsmaiers "Stalingrad" (1992), Trottelverlobter in "Frauen lügen nicht" (1997), allein erziehender Vater in "Heidi M." (2002), Sozialarbeiter in der Behindertenkomödie "Verrückt nach Paris" (2002) und Internatsbetreuer in "Die Blindgänger" (2004) und dänischer Kommissar ("Die blaue Grenze"). Großen Eindruck hinterließ er als Werftarbeiter, Trompeter und Ehemann von Katharina Thalbach in Volker Schlöndorffs "Strajk - Die Heldin von Danzig" (2007).
Seit 2002 tourt Horwitz regelmäßig und erfolgreich mit Chansons des belgischen Musikers Jacques Brel.
Horwitz wurde für Michael Verhoevens TV-Film "Enthüllung einer Ehe", wo er einen Ehemann spielt, der sich als Transsexueller outet, 2001 in Biarritz mit der Fipa d'Or ausgezeichnet. Für die Rolle des obdachlosen Victor, der mit Partnerin eine Odyssee durchs nächtliche Berlin erlebt, wurde er 1998 mit dem Deutschen Filmpreis geehrt.
Horwitz ist von seiner ersten Frau Patricia, mit der er zwei Kinder hat, geschieden und lebt mit Schauspielerin Anna Wittig zusammen. Tochter Miriam Horowitz ist ebenfalls Schauspielerin.